Katholische Hauptschule Grevenbroich
+++ Ein Falter der besonderen Art: Das Taubenschwänzchen +++

Das Taubenschwänzchen

(lat. Macroglossum stellatarum)

Ein Referat von Dominik Müller (7b)

Das Taubenschwänzchen ist ein Schmetterling und gehört zu der Familie der Schwärmer. Es wird wegen seines Fluges und seiner Nahrungsaufnahme auch Kolibrischwärmer genannt. Deswegen denken manche Menschen, wenn sie es das erste Mal sehen, es ist ein Kolibri. Was überhaupt nicht stimmt! Im Gegensatz zum Taubenschwänzchen hat der Kolibri eine lange Spannweite und ist ein Vogel. Die Flügelspannweite eines Taubenschwänzchens beträgt nur 36-50mm. Aber mit dieser kleinen Flügelspannweite ist es sehr schnell und wendig. Er schlägt mit seinen Flügeln ca. 80 Mal in der Minute ohne sich auszuruhen und kann dabei auch noch rückwärts fliegen. So fliegt es von Blüte zu Blüte und schlürft den köstlichen Nektar der Blumen. Dazu benutzt es seinen außergewöhnlichen langen Rüssel, der ungefähr 25-28 mm lang ist. Der Saugrüssel sieht aus wie ein langer Schnabel. Das Taubenschwänzchen bekam seinen Namen Kolibrischwärmer aber auch, weil sein Hinterteil schwarz, weiß und braun gefärbt ist und aussieht wie Federn. Obwohl es nur verlängerte Schuppen sind, und wie bei einem Vogel dient das Hinterteil zur Steuerung.
Schwärmer 'Taubenschwänzchen'   Schwärmer 'Taubenschwänzchen'
Die meisten Schwärmer sind dämmerungs- und nachtaktiv. Das Taubenschwänzchen aber nicht. Es ist von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang rastlos aktiv, was einen hohen Energieverlust zu Folge hat. Um diesen Energieverlust zu decken, saugt das Taubenschwänzchen mit seinem Saugrüssel ungewöhnlich viel Mengen von Blütennektar (damit bestäubt es auch die Blüten, die sonst kein anderes Insekt bestäuben kann). Das kleine Tierchen saugt ca.1500 Blüten täglich aus, ohne auch nur ein einziges Mal eine Pause zu machen. Aber dabei wiegt es nur drei Gramm.
Taubenschwänzchen sind nicht dumm, sondern sehr lernfähig, da sie viele Blüten anfliegen und dabei lernen, welche Blüten viel Nektar besitzen. Sie fliegen aber auch gerne die Blüten an, die lang und schmal sind, da dort die Konkurrenz nicht an den Nektar kommt. Die Farbe der Blüten spielt keine so große Rolle. Sie haben aber auch ein sehr stark ausgeprägtes Erinnerungsvermögen. Denn sie suchen jeden Tag in ihrem kurzen Leben von vier Monaten den gleichen Stein oder die gleichen Felsfläche, die von der Sonne erwärmt wird, auf, um dort in Gruppen zu übernachten.

Ruhendes Taubenschwänzchen


Nach dem Schlaf kehren sie zu ihren großen Nektarquellen zurück, um Nektar zu tanken. Aber an sehr heißen Tagen fliegen sie am Morgen und am Abend, nämlich nur dann, wenn es nicht so heiß ist. Und am Mittag, wenn es am heißesten ist (Temperaturmaximum), ruhen sie sich aus. Das Taubenschwänzchen fliegt auch bei Regen, bei Bewölkung und bei Temperaturen um zehn Grad. Bei kälteren Temperaturen sitzt es zitternd an einer Stelle. Das Taubenschwänzchen sitzt dann nicht wie andere Schwärmer mit ausgebreiteten Flügel da, sondern mit flach über den Körper versetzten Flügeln. Oder sie wärmen sich an den Strahlen der Sonne auf. Aber dann vibriert es nicht mehr, sondern es breitet seine Flügel aus und sitzt ganz ruhig da, zum Beispiel auf einem Stein, und lässt sich von der Wärme des Steins und der Sonne aufheizen.
Das Taubenschwänzchen ist ein Wanderfalter und kann in 14 Tagen bis zu 3000 km zurücklegen. Seine Spitzengeschwindigkeit liegt bei 80 km pro Stunde. Die Herkunft des Taubenschwänzchens sind Südeuropa und der Mittelmeerraum. Und von dort aus kommen sie über die Alpen zu uns. Aber nicht nur hier wurden sie gesichtet, auch in ganz Europa, in Nordwestafrika und im eurasischem Raum und sogar in Japan. Das bedeutet, dass sie ihr Territorium erweitern.
Ob sie auch bei uns überwintern oder zurück in den Süden fliegen, ist nicht richtig bewiesen. Aber man hat schon hier Taubenschwänzchen an Orten, die vor Frost geschützt sind, gesehen. Wie zum Beispiel in Höhlen, in hohlen Stämmen und in Häusern. Man hat sie sogar schon an warmen Wintertagen hier fliegen gesehen. Das kann bedeuten, dass unsere Winter so mild sind, das sie auch hier in den Wintermonaten bleiben. Die kleinen Tierchen überwintern als vollentwickeltes Taubenschwänzchen und nicht als Raupe. Im März, wenn sie die Überwinterung überlebt haben, sucht sich das Männchen ein geeignetes Weibchen zur Paarung. Um eine Partnerin zu finden, hält das männliche Taubenschwänzchen an den Schlafplätzen Ausschau nach einem weiblichen Taubenschwänzchen, das paarungsbereit ist. Dies erkennt das Männchen daran, dass das Weibchen durch die Pheromondrüsen, die sich am Hinterteil befinden, Pheromone (Pheromone sind Duftstoffe, die das Männchen anlocken ) ausschütten. Wenn sich zwei gefunden haben, fliegen sie lebhaft umher. Während der Paarung, die ein bis zwei Stunden dauern kann, sitzen sie entgegengesetzt und sind die ganze Zeit mit dem Hinterteil verbunden. Wenn sie durch irgendetwas gestört werden, fliegen sie zusammengekoppelt ohne Probleme los. Nach der Paarung fliegt das weibliche Taubenschwänzchen zur Nektaraufnahme. Gegen Nachmittag fängt es mit der Eiablage an, und sucht meistens dafür Labkrautgewächse aus, die in der Sonne liegen. Die Pflanzen werden sorgfältig inspiziert, ob sie auch ausreichend Nahrung für die Raupe ist. Erst dann biegt es das Hinterteil vor und legt ein Ei von 200 ab, aber nur ein Ei auf eine Pflanze. Dann fliegt es zur nächsten Pflanze, und dann wiederholt sich alles . Zwischendurch nimmt es immer wieder Nahrung zu sich. Also kann man daraus schließen dass das sehr lange dauert, bis das Taubenschwänzchen seine 200 Eier abgelegt hat. Die Eier sind unglaublich klein, nämlich 0,84 mm hoch und 0,95 mm breit.

Das Ei des Taubenschwänzchen


Die Eier, die eine grüne schimmernde Oberfläche haben, sieht man fast nicht, da sie, wenn man das erste Mal hinsieht, wie kleine Knospen der Pflanze aussehen. Die kleinen Raupen schlüpfen dann nach sechs bis acht Tagen. Die Raupe ist 2-3 mm groß. Sie beginnt direkt zu fressen, ob Tag oder Nacht, das spielt keine große Rolle, sie frisst immer.

Ei des taubenschwänzchens


Damit sie dabei nicht entdeckt wird, versteckt sie sich am Anfang unter den Blättern. Aber im Laufe ihrer Entwicklung sieht man sie auch an der Spitze der Pflanzen. Bald muss die Raupe ihre erste Haut abstoßen, weil diese nicht mitwachsen kann. Darunter ist schon die nächste Haut, die sich im Laufe der Zeit verhärtet. Diesen Vorgang nennt man Häutung. Dann kann man die eigentliche Farbe der Raupe erkennen. Nach 20 Tagen ist die Raupe ausgewachsen, und ist dann 45 bis 50 Millimeter lang. Die Farbe der Raupe ist grün, und überall hat sie gelb-weiße Punkte. An den Seiten der Raupe befinden sich zwei Linien. Die eine ist weiß und darunter ist eine gelbe Linie, und die beiden Linien enden an dem Analhorn.

Analhorn


Das Horn ist bläulich bis blaugrau und hat überall dunkle Punkte. Die Spitze des Horns ist gelb bis orange, und dieses Horn befindet sich am Hinterteil der Raupe. Raupen, die kurz vor der Verpuppung sind, sind rot. Die Raupe des Taubenschwänzchen verpuppt sich meistens am Boden zwischen den Pflanzenteilen und spinnt sich ein. Die Puppe ist etwa 30 bis 35 mm lang.

Raupe kurz vor der Verpuppung   Verpuppte Raupe

Kurz vor dem Schlüpfen

Vor dem Schlüpfen kann man das Taubenschwänzchen schon fast erkennen. Deutlich sieht man auch die Fühler und den Rüssel, der seitlich der Taubenschwänzchenpuppe liegt. Drei Monate dauert es vom Ei bis zum schlüpfendem Taubenschwänzchen.
Die Größe des ausgewachsenem Taubenschwänzchen beträgt 4,5 cm. Wie viele Generationen in einem Jahr es hier gibt, weiß man nicht genau. Aber im Mittelmeer sind es zirka drei bi vier. Aber nicht jedes Taubenschwänzchen erblickt das Tageslicht, da die Raupe viele Feinde hat, wie z.B. die Schlupfwespe, die Backwespe und die Raupenwespe. Diese nennt man Parasiten, das heißt, dass sie ihre Eier auf, in oder neben die Raupe legen, und die geschlüpften Larven ernähren sich von der Raupe. Auch die Menschen mit ihren Spritzmitteln und die insektenfressenden Vögel sind Feinde des Taubenschwänzchens. Das ausgewachsene Taubenschwänzchen jedoch hat hier keine Feinde, aber dafür im Mittelmeerraum. Nämlich den Bienenfresser, das ist ein Vogel, der Großinsekten frisst.
Wer jetzt Lust auf ein Taubenschwänzchen bekommen hat, der sollte in seinem Garten oder auf seinem Balkon viele Geranien, Phlox oder Petunien setzen. Nämlich dann könnte man Glück haben und eins sehen.

Das taubenschwänzchen


Persönlich möchte ich mich bei den Herren:
Walter Schön (www.schmetterling-raupe.de)
Thomas Kirchen (www.makro-tom.de)
Hans-W. Grömping (www.naturschule.com)